Walter Rothschild wurde 1954 in Bradford, England, geboren.
Er studierte Religionswissenschaften an der Cambridge University (abgeschlossen 1980 mit dem Magister-Grad) und absolvierte ein Rabbinatsstudium am Leo Baeck College in London (1978–1984), das jeweils ein Studienjahr an der Folkertsma Stichting voor Talmudica in Hilversum, Niederlande, und am Machon Pardes sowie Ulpan Etzion in Israel mit einschloss. Während dieser Zeit war er auch als Religionslehrer tätig. Nachdem Walter Rothschild 1984 seine Semicha („Rabbinerdiplom“) erhalten hatte, betreute er als Rabbiner und Dozent verschiedene jüdische Gemeinden in Leeds, England (1984-1994), Aruba (1997-1998) und Berlin (1998-2000). Auch Or Chadasch in Wien zählte zwischen 1995-1997 zu Walter Rothschilds Gemeinden, welche er jedoch zum großen Bedauern der Mitglieder auf Grund seiner Verpflichtungen in Aruba verlassen musste. Or Chadasch schätzt sich glücklich, Rabbiner Rothschild – welcher nebenbei auch an seiner Dissertation im Bereich Geschichte des Mittleren Osten arbeitet und amtierender Rabbiner für liberale jüdische Gemeinden in Köln, Halle/Saale, Hildesheim und für den Landesverband der Jüdischen Gemeinden Schleswig Holstein ist - zurückgewonnen zu haben..
Rabbiner Rothschild bezeichnet sich selbst als einen überzeugten Juden, welcher den Problemen des Alltags mit Ernsthaftigkeit, aber auch mit Humor und einer Portion Pragmatismus begegnen möchte. Seinem Selbstverständnis als „Pluralistischer Rabbiner“ verdankt er unter anderem seine umfassende Anerkennung und Würdigung seitens orthodoxer und nicht-orthodoxer jüdischer Gemeinden.
Neben seinen Tätigkeiten als Rabbiner ist Walter Rothschild auch Koordinator des Deutschland-Büros des Europäischen Bet Din der „World Union for Progressive Judaism“; Mitglied des Kultusausschusses der jüdischen Gemeinde zu Berlin; Lehrbeauftragter der Evangelischen Fachhochschule in Berlin; sowie der Evangelischen Akademie in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Für seine Leistungen für den Interreligiösen Dialog erhielt Rothschild 2005 das Ritterkreuz der Republik Polen. Obwohl er selbst interreligiösen Eheschließungen nicht als Rabbiner beiwohnen würde, betont Rabbiner Rothschild, dass er gerne mit allen Menschen arbeitet, welche ernsthaft und ehrlich interessiert sind.
Veröffentlichungen von Walter Rothschild:
"Jewish By Choice." RSGB Beit Din. 1994. (Dt. Version in Bearbeitung).
"History of the Jewish Community of Aruba." (Selbstverlag. 1998.)
"99 Fragen zum Judentum". (Gütersloher Verlag, 2001, 3te. Auflage 2002.); außerdem Übersetzung ins Italienische.

"Tales of the Chutzper Rebbe". Kurzgeschichten.
(Aleph Design, USA. 1996.)

Verschiedene Veröffentlichungen über das Progressive Judentum; Feiern zu allen jüdischen Festtagen
Mehrere Artikel in "Manna", "Israel Economist", "Jewish Telegraph", "Allgemeine Jüdische Wochenzeitung", "Mir Sajnen Do" usw.
Redakteur und Herausgeber von "Harakevet", Quartalzeitschrift über Eisenbahnen im Nahen Osten.
Mehrere Radioansprachen zu verschiedenen Themen für SFB, RBB, NDR, Deutschland Radio usw.

 

 
 
 

Last update 2009-02-26